Montag, 12. Januar 2009
Montag
"Rring, rring" erschrocken schlug Jen ihre Augen auf und griff nach ihrem Blackberry.
"Guten morgen meine Hübsche. Schön war's gestern. Ich hoffe du hast gut geschlafen und wirst einen schönen Arbeitstag haben."
Jen's Herz machte ein paar glückliche Hüpfer bevor es ihr vor Schreck in die Hose rutschte, als sie die Uhrzeit erblickte. 9:00 Uhr. "Verdammt nochmal." fluchte sie vor sich hin, "verschlafen!" Eilig rannte sie zu Christina, die noch tief und fest schlummerte. Jen schüttelte sie mit aller Kraft, doch sie war nicht zu wecken. Nur ein "Ach, Joshijoshi." kam ihr über die Lippen. Jen ran zur Stereoanlage und schaltete sie an. Auf die höchste Lautstärke. Die schrammelige Gitarrenmusik erschreckte Jen zu Tode. "Aha, Snish." Christina räkelte sich währendessen im Bett und erhob sich gähnend. "Ja so sollte man immer geweckt werden. Ist ja herrlich! Da bin ich gleich topfit." Als sie Jens genervten Blick sah, fragte sie: "Was ist denn mit dir los? Bist du mit dem falschen Bein aufgestanden."
"Ich geb dir einen Tipp: Schau mal auf die Uhr!"
Christina erstarrte. "Ach du meine Güte, sind wir spät dran. Holy Shit!", rief sie aus und spurtete in's Bad. In größter Eile machten sich die beiden fertig um halbwegs akzeptabel bei ihrem Praktikumsplatz anzukommen.

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Trotz ihrer Verspätung wurden die beiden Mädchen herzlich empfangen und machten sich sofort fleißig an ihre Arbeit. Beflissen knipste Christina Bild für Bild und Jen eilte tüftelnd von Model zu Model. In der Pause gingen die beiden mit ein paar Kollegen zum nächstgelegen Starbucks. Sie unterhielten sich angeregt. "Ach, so nebenbei, ich hab euch vor kurzem in einem Blog gesehen. Ihr wart auf einer Party, hattet wohl euren Spaß das sieht man euch an. Eure Outfits wurden hochgelobt." Sagte Shelley, eine ihrer Kolleginnen, und fügte augenzwinkernd hinzu: " Hübsche Kerlchen habt ihr euch da übrigens geangelt. Josh, Alex? Nicht schlecht, Herr Specht." Sie pfiff anerkennend durch die Zähne. Jen und Christina lachten, und ihre Gedanken drifteten ab Richtung Modelboyfriends. Plötzlich ertönte Christinas Pradaphone. Als sie "Josh" in der Anzeige las, schmunzelte sie in sich hinein und dachte:"Wenn man vom Teufel spricht."
"Hiya lovely!" rief eine gutgelaunte Stimme am anderen Ende der Leitung, "Alex und ich haben uns etwas überlegt. Vielleicht sollten wir mal etwas kultivierteres machen, als uns ständig zu betrinken. Also sollten wir mal zu dieser tollen Vernissage gehen, von der alle sprechen. Was meinst du? Klingt doch ganz gut, huh?"
"Ja, das klingt gut. Außerdem kann sich unsere Leber mal erholen, das ist bestimmt von Vorteil. Wann und wo?"
"Um 8:00 PM holen wir euch ab. Macht euch schick, ihr lieben"
"Klar doch. Bis dann, Ich freu mich schon."

Nach weiteren, wenigen Stunden vergnüglicher Arbeit schnappten sich die zwei ihre Fahrräder und radelten zurück zum Hotel. Dort angekommen flogen die einzelnen Kleidungsstücke nur so durch die Luft. Nach und nach enstand aus besagten Kleidungsstücken ein Minatur-Mount-Everest. Die Verzweiflung war auf den Stirnen der Mädchen geradezu abzulesen. "Jeez! Ich hab nicht die geringste Ahnung, was ich anziehen könnte.", sagte Christina und fuchtelte entnervt mit diversen Kleidern herum. Jen schien es nicht anders zu gehen. Erschöpft ließ sie sich auf den Mini-Mount-Everest fallen und versank fast gänzlich darin.
Doch plötzlich kam ihr eine Idee: "Weißt du was, ich glaube es ist Zeit für eine Runde Blitzshopping." Gesagt, getan. Glücklicherweise fanden beide Outfits die ihren Vorstellungen entsprechen.





20:00 Uhr. Es klingelte. Christina stöckelte mit ihren neu erworbenen Heels zum Sprechapparat. "Halloooo?" säuselte sie, "Klar, wir sind sogut wie unten."
Die Mädchen eilten zum Aufzug und sobald sie unten angekommen sind fielen sie ihren Prinzen um den Hals, als seien sie Jahrelang von ihnen getrennt gewesen. "Immer mit der Ruhe!", lachte Alex, der wohl noch etwas hinzufügen wollte. Doch Jen hielt ihm mit Küssen davon ab.
Josh griff Christinas Hand und zerrte sie sanft nach draußen. Alex und Jen folgen ihnen. Eine schöne, glänzend-schwarze Limousine parkte vor der Drehtür des Hotels. "Die ist ja hübsch!", jauchzte Jen. Christina klatschte freudig in die Hände. Der Chauffeur hielt ihnen die Türe auf und alle vier hüpften hinein. Josh griff zur Champagnerflasche und schenkte jedem ein. Nach einer 20minütigen Fahrt hielt der Wagen, vor einem alt-aussehendem Gebäude, vor dem ein roter Teppich lag. Die vier schritten darüber und betraten das Gebäude. Sie wurden mit Champagner empfangen. Mit leuchtenden Augen erblickten die Mädchen das Büffet. Kaviarbrote, diverse Souffles, Lachshäppchen und noch so einiges mehr an leckeren Fingerfood. Sie stürzten sich geradezu darauf. Die Jungs lachten, doch folgten den beiden und bedienten sich. "Köstlich!", sagte Christina. "Splendid!", fügte Jen hinzu und beide Mädchen kringelten sich vor Lachen. Josh und Alex verstanden nur Bahnhof, das sah man ihnen an. Nachdem sich die Mägen gefüllt hatten wandeten sich die vier der Austellung zu. Ewig lang könnten sie sich die Werke anschauen. Sie waren beeindruckend.
Nach einigen Stunden des Staunens beschlossen sie, sich langsam auf den Weg zu machen. Doch keiner wollte schlafen gehen. Jen hatte die lustige Idee eine kleine Pyjamaparty zu veranstalten. Alle stimmten amüsiert zu. Die Jungs brachten Die Mädchen zum Hotel. Wenig später standen sie, bepackt mit Übernachtungskrimskrams, vor der Tür der Mädchen.
Es ging lustig zu. Christina drehte die Musikanlage hoch bis zum Anschlag. Es wurde wild umhergetanzt. Wobei, "rumgehüpft" trifft es besser. Josh und Christina präsentierten mal wieder ihre, ach so tollen, Gesangskünste, zum Leiden von Jen und Alex. Diese gequälten Persönchen schnappten sich jeweils ein Kissen und schlichen sich Mucksmäuschenstill von hinten and die beiden Vokalisten heran. Es ertönte ein dumpfes Geräusch und man sah kaum etwas vor lauter herumfliegendem Federn. "Das bedeutet Krieg!", rief Josh und schnappte sich weitere Kissen und warf Christina eines zu. Mit einem grellen Schrei stürzte sich Christina auf Jen. Josh warf Alex aufs Bett und so entstand eine wilde Kissenschlacht. Man hörte es ächzen, schreien und lachen. Vereinzelt hörte man "Ouch!", "Du wirst schon sehen was du davon hast." und ähnliches. Die Schlacht ging ewig. Ermüdet gaben beide Teams irgendwann auf. Die vier schauten sich erstaunt um. Es sah katastrophal aus. Alles war weiß. Der Weiße Flaum schien das ganze Parkett zu überdecken. Selten sah man ein wenig Holz hervorschimmern. Nun schauten sich die Freunde gegenseitig an und prusteten los. "Ach du meine Güte, wir sind eine Gruppe Gänse!" lachte Alex.
"Hm, ich glaube es wird Zeit für ein Bad." Josh zwinkerte Christina zu, hebte sie auf seine Arme und trug sie Richtung Badezimmer.
Jen und Alex waren zu erschöpft dafür. Sie zogen ihre Federbeckte Nachtkleidung aus und kuschelten sich, nur noch in Unterwäsche gekleidet, aneinander. Sie küssten sich, bis sie erschöpft und friedlich nebeneinander einschliefen.

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